Veröffentlichungen

Romane und andere Prosawerke

  • Novembertango. Belletristische Prosa. Berlin 2017 (Hybris Verlag)
  • Die Schoenheit der Fuesse der Damen in Ludwigshafen. Erzaehlende Prosa. Wunderhorn Verlag 2014
  • Eine Stadtschreiberin ist interessanter als eine Bohrmaschine. Hermannstaedter Impressionen”. (Honterus Verlag 2001)
  • Laura und die Verschwendung der Liebe. Roman (Residenzverlag)

Essays

  • „Wird aus mir ein König oder ein Schwein? Das Leben und Werden des Gustave Flaubert” (Deutschlandradio Kultur 2005)
  • Stendhal-Essay (Deutschlandradio Berlin 2004)
  • Philippe und Ré Soupault (Deutschlandradio Berlin 2003)

Hörspiele

  • Die Zecke. Hörspiel. Deutschlandradio Kultur. 13. September 2017, Regie: Heike Tauch.
    • Das Tangotier. Oder Reibung erzeugt Wärme. Hörspiel. Deutschlandradio Kultur, Mittwoch, 8. Oktober 2014, 21:30. Regie: Alexander Schumacher. Mit Ulrich Noethen und Jördis Triebel
    • Schießbuden haben noch immer einen Reiz für mich. Hörspiel nach unveröffentlichten Texten von Ré Soupault. Regie: Christine Nagel. Deutschlandradio Kultur 2007

    Mein Hörspiel “Das Tangotier oder Reibung erzeugt Wärme” ist eine Hommage an den Tango, nicht ohne Moll-Töne. Zwei Menschen begegnen sich beim Tango und verrauschen sich ineinander. Das Tangotier hat sie gebissen. Sie fangen eine Geschichte miteinander an: für ihn nur eine Affäre, für sie mehr. Das geht trotzdem gut, bis eine blutjunge Japanerin ins Spiel kommt und es zum Bruch kommt. Das ist banal, alltäglich, aber etwas Verletzliches wird in einem aufgegebenen Menschen angesprochen und etwas ausgelöst, an dem er fast zugrunde geht.

    Das Hörspiel wird Ende 2016 von Deutschlandradio Kultur erneut gesendet.

Künstlerische Features

  • in Arbeit: Feature über die griechische Schriftstellerin Amanda Michalopoulou, Deutschlandfunk Kultur, voraussichtliches Sendedatum Ende 2018

  • O Stimmcoach, hilf! Ein vokales Selbstexperiment, Deutschlandradio Kultur 2015

  • Am tiefsten ist die Haut. (Paul Valéry) Schrecken und Schönheit einer Oberfläche, Deutschlandradio Kultur 2012

  • Eine Stadtschreiberin ist interessanter als eine Bohrmaschine. Hermannstädter Oh!-Töne, Deutschlandradio Kultur 2011

  • Krakau mit Händen und Füßen, Deutschlandradio Kultur 2009

  • Menschen an Apparaten, Deutschlandradio 2008
  • Erläuterungen:

    “O Stimmcoach, hilf! Ein vokales Selbstexperiment.” Stimmkundige halten mir den Spiegel vor: tattrig, kieksig, harsch, schreddrig; eiert, knarrt. O Gott, was für eine Stimme, o Stimmcoach, hilf! Ich möchte meine Stimme tragen können wie ein hinreißendes Kleid. Die Optimierer raten: Tiefer soll sie sitzen. Weiter tragen. Mehr Seide darin, weniger Bruch. Klarere Farben. Nicht ausfransen. Fragloser melodieren. Mehr Raum ergreifen. Vernünftiger resonieren. Raus das Dialektale. Weg die Verlacher und Weichmacher. Okay, ich gehe ans Stimmtrimm-Werk: artikuliere mit Kieseln im Mund, spiele mit meiner Stimme durch einen Strohhalm ins Wasserglas (Blubber-Phonation), lasse ansteckende Urlaute los, betreibe Ausseufzen und schwinge zum Sprechen das Lasso. Bis meine innere Stimme zu Wort kommt.
    Das Feature ist im Internet nachhörbar.

    “ ‘Am tiefsten ist die Haut’ (Paul Valéry), Schrecken und Schönheit einer Oberfläche.” Meine Reise in die Tiefe der Haut beginnt auf einer Kuschelparty, wo das Streichelhormon Oxytocin freigesetzt wird und damit eins der tiefsten menschlichen Gefühle: Liebe. Die Haut lässt tief blicken. Sie verrät, was tief im Menschen los ist: in seinen Organen, in seinem (lügenden) Herzen und seinem Kopf, aber auch „tief“ in seiner persönlichen Lebensgeschichte. Denn sie gibt seinen Lebenswandel preis. Sie enthüllt, aber umhüllt und verbirgt auch, sie ist dünn und hornhautdick, verletzlich und elastisch – die Haut ist paradox. Tief in der Haut finde ich den Tod (Hautkrebs), aber auch einen Schatz: die epidermalen Stammzellen, aus denen sich neue Haut züchten lässt. Zum Schluss frage ich nach dem Ende der Haut. Ist es der Nabel, wie im Mythos von den Kugelmenschen nahegelegt? Ursprünglich waren Mann und Frau vereint. Als sie zu hochmütig wurden, zogen ihnen die Götter die Haut über den Kopf und verknoteten sie am Nabel. Regie führte Christine Nagel.
    Das Feature ist im Internet nachhörbar.

    In “ ‘Eine Stadtschreiberin ist interessanter als eine Bohrmaschine’ Hermannstädter Oh!-Töne” verarbeite ich meine Zeit als Stadtschreiberin in Hermannstadt, als der heutige Staatspräsident Klaus Johannis noch Bürgermeister dort war. Der avantgardistische Stadtpfarrer führt mich in seine einsturzgefährdete Kirche und ein junger Rumänienheimkehrer präsentiert mir das Facebook der Reformationszeit – ein Album amicorum in der respektablen Brukenthal’schen Kunstsammlung. Ceausescu ist zwanzig Jahre nach dem Ende der Diktatur gar nicht so tot, ebenso wenig wie die “Tante Seku”, in deren Dienst auch der in Hermannstadt geborene Oskar Pastior stand, der mein Feature akustisch begleitet. Ich lasse die erfundene Figur Ruxandra auftreten, die im Geiste eines den Rumänen nachgesagten Hangs zum Surrealismus die Wirklichkeit wahrnimmt.
    Regie führte Harald Krewer, der sich v. a. Hörspielregisseur einen Namen machte, weil mein Feature die verschwimmende Grenze zum Hörspiel überschreitet. Der Titel ist ein anonymes Zitat eines Hermannstädters.

    “Krakau mit Händen und Füßen. Ein ‚cappriccöses’ Reisefeature”. Als Reiseführer lese ich Witold Gombrowicz, um mir Polen aus dem verwegenen Geist dieses polnischen Enfant terrible der Literatur zu eigen zu machen. Mit Grombrowicz’schen Wortprägungen wie „barfuß denken“ oder „gesäßig“ erschließe ich mir auf meinen Streifzügen durch die Stadt mit einer Historikerin, die den Tick hat, Wände anzufassen, und einem Österreicher mit Charme und Schmäh die aktuelle Wirklichkeit von Krakaus handgefühlten Mauern, Hefekringeln, sprechenden Pferden sowie seinem Frauenphänomen Blachara, der heutigen „Weichselaphrodite“ (Heine), und ihrem männlichen Pendant, dem Dresiarz.